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Wir haben eine eigene Infoseite zu Amyloidose gemacht, vielen Dank an Sabrina Kerl

 

 

Unsere Kitty ( Stammbaum  )  verstarb am 19.06.09, mit einem Gewicht von 1,8 kg an Amyloidose

Sie wirkte nie wirklich krank, fraß Unmengen und nahm stetig ab, auffällig war, seit klein auf, ihr stumpfes Fell.

Auffällig waren stark erhöhte Nierenwerte und Leukos ( 43000). Amyloidose, wenn es die erbliche Form ist,  vererbt sich rezessiv. Was bedeutet, dass beide Eltern Trägertiere sein müssen.

Wir müssen davon ausgehen, dass alle Nachkommen von ihr ebenfalls Träger dieser Stoffwechselerkrankung sind wenn es sich um die vererbte Form handelt. Bei Trägertieren muss die Krankheit nicht ausbrechen, da müssten mehrere ungünstige Faktoren aufeinander treffen, aber züchten mit so einem Tier wäre unverantwortlich. Sollten Nachkommen von Kitty nachweislich  an Amyloidose sterben, gewähren wir selbstverständlich Ersatz.

Wir werden  Bona Dea sofort aus der Zucht nehmen, derzeit haben wir sie mit dem  Hormonchip ruhig gestellt.

Ihre beiden Kitten sind schon getestet, der Kater hat völlig normale Blutwerte,

das Mädchen leider nicht. Ebenso haben wir Balu aus der Zucht in Österreich zurückgeholt, seine Werte sind derzeit auch normal, allerdings leidet er an starker

Zahnfleischentzündung, was auch schon ein Symptom sein könnte. Eine Gewebeprobe seines Zahnfleisches wird derzeit untersucht.  In werden wir sobald die Zähne wieder in Ordnung sind kastrieren lassen. Vorerst hat er den Chip gesetzt bekommen.

Die Werte von Elienne haben wir auch schon, sie sind auch erhöht.

Nachtrag am 27.10.2009

Inzwischen sind wir fast sicher , dass die Nachkommen höchstens Trägertiere sein können. Gina, das Kind von Bona Dea, starb ja an Seuche und wir haben es Obduzieren lassen. Sie wurde auf Amyloidose hin untersucht, kein Hinweis auf Amyloidose feststellbar.

Auch bei Balu wurden Gewebeproben entnommen, Ergebnis negativ auf Amyloidose. So gehen wir davon aus, dass auch Bona Dea negativ sein wird.

 

 

Hätte die Uni München bei der Obduktion nicht den Verdacht auf Amyloidose gehabt, wäre unsere Kitty offiziell an Fip, mit akutem Nierenversagen gestorben, alle Blutwerte und Obduktionsergebnisse sprachen dafür.

Und wir hätten sicher mit Ihren Nachkommen weitergezüchtet.

So tragisch wie diese Diagnose für uns ist, so froh sind wir dass wir sie haben, so können wir verantwortungsvoll damit umgehen.

Amyloidose bei Katzen, eine genetische Zeitbombe?
So untertitelt lautet ein Artikel der Universität Utrecht in den Niederlanden, verfasst von den Professoren E. Gruys; H.P. Meijer; B.W. Knoll und D.A. van Oost. Folgt man ihren Ausführungen muss die durchschnittliche Lebenserwartung unserer Katzen nach unten korrigiert werden.

Der Artikel ist nicht neu, die Krankheit ist nicht neu und doch kennt sie in der Siam- und Orientalenszene kaum jemand. Vielleicht hätte ich selbst nie etwas von Amyloidose gehört, wenn nicht in meiner unmittelbaren Nachbarschaft zwei (nicht miteinander verwandte) Abessinier daran verendet wären. Die Besitzerin hatte sich schon intensiv mit dieser Problematik beschäftigt, war sozusagen "vorbereitet". So ersparte sie ihren Tieren eine lange Behandlungs- und Leidenszeit denn: Renale Amyloidose (RA) ist nicht heilbar, nicht am lebenden Tier diagnostizierbar. Das macht sie unheimlich und es wird Zeit, dass wir ihr den Schrecken nehmen und den Schleier lüften.

In Holland gibt es eine Gruppe Menschen aus verschiedenen Vereinen, die sich mit RA beschäftigen. Inzwischen haben sich ihr auch deutsche, vornehmlich Abessinierzüchter angeschlossen, die Daten sammeln, Blut, Untersuchungsergebnisse und Stammbäume einschicken um einen DNA-Test entwickeln zu lassen. Finanziert werden diese Forschungen fast ausschließlich durch private Spendengelder. Sie werden gleich verstehen warum:

Amyloidose ist als Krankheit bisher bei unterschiedlichen Arten, einschließlich des Menschen, diagnostiziert worden. Diese Erkrankung kann ein einzelnes Organ, häufig jedoch mehrere gleichzeitig betreffen. Bei Katzen tritt die Krankheit in einer gelegentlich recht seltenen Form auf, als Folge einer chronischen Entzündung oder tumorösen Erkrankung und wird daher als sekundäre und reaktive Amyloidose bezeichnet. Bei Abessiniern wurde eher die Nierenamyloidose diagnostiziert, während bei Siamesen öfter die Leber betroffen war. Es ist bis heute nicht gesichert, ob es sich bei beiden Rassen um die gleiche Erkrankung handelt. Auch sind viele Fragen in Bezug auf den genetischen Hintergrund offen, man geht aber mittlerweile davon aus, dass es sich um einen rezessiven Erbgang handelt.
Die Frage der rezessiven Vererbung wurde schon im vorigen Artikel (Journal 1/2003) behandelt. Wir rufen uns noch einmal ins Gedächtnis, dass es immer dann Trägertiere gibt wenn eine Verpaarung von Trägern und/oder Eltern bei denen die Krankheit in Erscheinung tritt, vorgenommen wird.

Das Unheimliche an der RA ist der ungesicherte Verlauf sowohl was den Zeitpunkt des Ausbruchs als auch die Diagnostizierfähigkeit betrifft. Statis-tisch erkranken Feliden im Alter von 4-7 Jahren. Kater sind mit 75% häufiger betroffen. Meist haben sie sich dann schon aus dem aktiven Zuchtleben verabschiedet, Nachkommen sind aber oft in andere Zuchten verkauft worden. Im Anfangsstadium zeigen die Katzen unklare Symptome wie stumpfes Fell, Lethargie, Auszehrung und Gewichtsverlust. Fortschreitend wird die Auszehrung deutlicher, gleichzeitig können eine Gewichtszunahme durch Ansammlung von Flüssigkeiten im Bauchraum oder Ödeme beobachtet werden. Begleitet werden diese Erscheinungen durch starken Durst, erhöhter Urinabgabe und Erbrechen. Der Tod tritt durch akutes Nierenversagen ein.

Bei der Leber-Amyloidose treten normalerweise keine Symptome auf, bis das Organ reißt und dadurch Blutungen in den Bauchraum auslöst. Pathologisch ist das Leiden gekennzeichnet durch mangelhaften Eiweißstoffwechsel, durch unlösbare Eiweißarten (Amyloid) die aus den Blutgefäßen in den Geweben abgelagert werden.

Amyloidose ist vom Tierarzt nicht diagnostizierbar, und selbst wenn der Verdacht auf RA besteht, können nur symptomatische Behandlungen in Form von Flüssigkeitsgaben, Immunstimulans und Nierendiät verordnet werden. Eine Befundung muss der Pathologe am toten Tier mittels Gewebeentnahme und dem so genannten Kongo-Rottest (Anfärbung) vornehmen. Der Zeitraum zwischen Ausbruch und Tod einer an RA erkrankten Katze kann sich von wenigen Tagen bis mehreren Wochen hinziehen.

Um diese Krankheit effektiv zu bekämpfen, müssen wir mehr darüber erfahren. Autopsien sollten für jeden Züchter, der wissen will woran sein Zuchttier so jung verstorben ist, selbstverständlich sein. Den oben genannten Kongo-Rottest muss man aber speziell verlangen, er ist nicht obligatorisch. Basierend auf Stammbaumstudium, Autopsien und klinischen Befunden kann der Modus der Weitergabe dieser Krankheit von den Eltern auf das Jungtier vielleicht entschlüsselt werden. Der einzige Weg, liegt sicher im Bereich der Molekulargenetik, der DNA-Analyse. Unabhängig von den bereits laufenden Untersuchungen sind die Utrechter Forscher an Mitteilungen über familiär bedingte Häufungen identischer Krankheitsverläufe interessiert. Die Adresse der Utrechter Universitätsklinik kann in der Redaktion erfragt werden.

RA persönlich: die vorgestellte Krankheit muss einfach schon in der Siamzucht vorhanden sein. Oft, zu oft höre ich von Orientalen die an Nierenversagen eingegangen sind. Ein mir bekannter Hobbyzüchter, der ganz genau wusste welche seiner Linien mit RA behaftet sind, sagte einmal: "Na und, die verkauf ich doch in Liebhaberhände und kein Liebhaber wird sich nach sieben Jahren bei mir beschweren, dass sein Tier zu früh gestorben ist". Dem ist, außer einem entsetzten Aufschrei, nichts mehr hinzuzufügen. Deshalb appelliere ich besonders an die züchtenden Mitglieder unter uns: testen Sie bei unklarer Todesursache, forschen Sie in den Generationen vor ihrer Katze! Kein Kittenkäufer steht nach sieben Jahren wieder in freudiger Erwartung vor ihrer Züchtertür, denn diese Lebenserwartung seines Lieblings, ist ihm entschieden zu kurz.

 


 
Text: Alexa Major für BalSiaManOri
Literatur: Anton Heinsius, Ablasserdam (NL) aus RAS mit freundlicher Genehmigung von Ingrid Filgraebe-Holland

 

 

 

 

 

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Stand: 03. May 2011